Der vierte Reisetag – Mittwoch. Ein Highlight folgt dem anderen. Und super gutes Wetter haben wir auch.
Die heutige Fahrt führt in die Katalanische Bergwelt, durch das Val de Núria – das Tal von Núria – für die Touristen frei übersetzt als das „Tal der Träume“.Nach etwa drei Stunden Busfahrt erreichen wir den Bahnhof von Ribes de Freser (ca. 3.000 Einwohner). Diese Schmalspurbahn geht später, es wird nötig sein, in eine Zahnradbahn über. Endstation ist der Wallfahrtsort Núria.Núria ist für die Katalaner der wichtigste Pilgerort nach Montserrat bei Barcelona. Der Wallfahrtsort hat sich inzwischen auch zu einem begehrten Ausflugsort mit Bergstation, Kirche, Übernachtungsquartieren, Restaurant und Informationsbüro entwickelt. Um den See lässt es sich wandern und im Sommer auf ihm mit Bötchen fahren.Sogar ein Museum gibt es zur Geschichte der Skifahrt – von alten Skibrettern bis zur Hochgeschwindigkeitsabfahrt.Mit der Gondelbahn nochmals dreihundert Meter aufwärts.Von ganz oben liegt das Val de Núria zu Füßen.Ab und zu muss auch mal ein eigenes Bild her. Dahinter die Kühe auf ihren Sommerweiden.Was heute die Touristen sind, waren früher die Schafe, …… samt ihren großartigen Beschützern und Aufpassern.Die Gondelstation liegt links oben. Der rechteckige Rahmen in der oberen Bildmitte ist Teil eines Kreuzweges für Alltagspilger und andere. Bei genauem Hinsehen erkennst du die Tunneleinfahrt für die Zahnradbahn. Alles ist eigentlich eng beisammen.Kapelle und …… wartendes Schaf – das finde ich ganz toll.Die Macht der Erosion. Wir fahren nach ein paar entspannenden Stunden mit der Zahnradbahn zurück und …… anschließend mit dem Bus.Blick durch das Busfenster auf die zurückgelegte Wegstrecke.
Mein Fazit des Tages:
Nach den vielen Eindrücken der Vortage war die Fahrt ins Grüne eine Wohltat mit Erholungeffekt. Angetan haben es mir die weitläufige Berglandschaft, das ruhig daliegende Wasser des Bergsees, die spannende Fahrt mit der Zahnradbahn und die Leichtigkeit der Gondelfahrt, die Schafe von früher und das Schaf aus Stein heute.
Der fünfte Reisetag – Donnerstag.
Endlich mal ein Reiseleiter, der alles gibt, Raffael. Er sprüht vor Lebendigkeit, ein waschechter Andorraner, erklärt, was das Zeug hält und geht auf Fragen bereitwillig ein. Und wenn es passt, singt er uns Lieder vor. Mir gefällt’s.
Ordino, eine weitere sehenswerte Gemeinde mit stark 5.500 Einwohnern, auf dem Weg zum Engolasters See.Am Morgen, Ordino ruft, wir kommen.Sant Corneli i Sant Cebria, mittelalterliche romanische Pfarrkirche. Seit 2003 ist das Gebäude als Vermögenswert von kulturellem Interesse im nationalen Kulturerbe von Andorra gelistet.All die Kirchen und Kapellen, gerade wenn sie historischen Ursprungs sind, haben eine spirituelle Ausstrahlung. Raffael erklärt.Die ca. 44 cm hohe, aus Holz geschnitzte Marienfigur „Mare de Déu del Remein“ (Muttergottes vom Trost/Heil) aus dem späten 11. oder frühen 12. Jahrhundert. Die kleinste romanische Marienfigur in ganz Andorra.Am Rand des Ortes einige Weinberge. Die Bewohner sind sehr stolz darauf, eigenen Wein zu produzieren.Eine soziale Initiative der Gemeinde Ordino entwickelte sich aus der Großzügigkeit der Familie Rossell. Sie stellt auf ihrem Land kostenlos Parzellen für ältere Mitbürger zur Verfügung, um dort Gemüse anzubauen, Bewegung an der frischen Luft zu finden und der Isolation im Alter entgegenzuwirken.Auf dem Gelände bei der Casa Rossell nehmen i.d.R. 4 Personen teil, mit im erweiterten Bereich zusammen ca. 15 Gärtner/innen.Von Ordino wieder zurück, oberhalb von Andorra La Vella, in die andere Richtung. Irgendwie führt alles an der Hauptstadt vorbei.Sant Miquel d‘ Engolasters, eine romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Wir sind noch nicht ganz so alt, haben uns im Reisebus als Nebensitzerinnen kennengelernt und unterhalten uns blendend, der Gesprächsstoff geht nicht aus 🙂Angekommen am Engolasters See, ein Berg- und Stausee auf über 1.600 m Höhe.Raffael erklärt – gut zu wissen – und läuft mit uns um den See.Oh, diese Wärme.Ich darf mich abkühlen.Ab und zu mal in die Kamera grinsen gehört dazu.Kunst im Wald – einer von vielen solchen Köpfen.Teil des alten Pumpsystems. Eine sportliche und ganz liebe Mitreisende.Mit viel Menschenkraft wurden die Rohre verlegt. Unsere Tour führt uns weiter.Die uns vor zwei Tagen begleitende Reiseleiterin hat uns mit allen ihr zur Verfügung stehenden Argumenten zu einem zusätzlich zu bezahlenden Mittagessen animiert, 26,00 pro Person. Paare dürften sich das nicht teilen, ohne Bestellung dürfe man nicht ins Lokal sitzen und überhaupt, die meisten Touristen kämen nur ein Mal nach Andorra, daher solle man sich die lokalspezifischen Köstlichkeiten nicht entgehen lassen. Meine Frage, ob das auch für Vegetarier möglich sein, bejahte sie vollmundig. Nun sind wir in dem versprochenen Bergdorf angkommen. Die Restauration gehört dem Bürgermeister und wird von seinem Sohn betrieben. Klingelt’s?Bei der Suppe lasse ich einfach die Fleischklöschen weg und lecker ist die Speise. Was Extras gibt es nicht. Gegenüber dem Reiseleiter bekräftige ich nochmals, dass ich Vegetarierin sei. Er habe das bereits weitergegeben, spricht in meinem Beisein nochmals mit dem Personal. Zusage aus der Küche, man würde mir etwas anderes servieren.Alle genießen sehr fleischlastig und alles läuft wie tausendmal serviert. Das Fleischlose bleibt auf der Strecke, ich gehe leer aus. Wenigstens bekomme ich zusammen mit allen anderen ein Eis zum Dessert.Trostpflaster. Durch das kleine Bergdorf aufwärts zur Kapelle Sant Pere d’Os de Civis.Die Kapelle ist abgeschlossen. Durch ein Loch in der brüchigen Holztüre stecke ich das Objektiv und so haben wir einen Blick ins Innere. Wieder Abstieg und Abschied vom Bergdorf.Kurz vor Andorra la Vella sehen wir diese wunderschöne Brücke.Bin glücklich, dieses Motiv gefunden zu haben.Das waren genügend Erlebnisse für einen Tag. Sehr freundliche Verabschiedung von unserem Tagesreiseleiter Raffael 🙂
Mein Fazit des Tages:
Es gibt Reiseleiterinnen, die einem mit allen Redekünsten was verkaufen wollen. Und es gibt Reiseleiter, die mit Herzblut ihre Zunft vertreten und uns Reisende ein wenig mehr glücklich machen. So ein ganz Besonderer ist Raffael.
Der Engolasters Berg- und Stausee wirkt wie ein Juwel in der Bergwelt.
Das Essen mit landestypischen Spezialitäten mag für Fleischliebhaber lecker gewesen sein, für mich aber ein Reinfall. Ziehe meine Lehren für’s nächste Mal.
Die markante Steinbrücke hat mich wieder versöhnt. Insgesamt ein reicher Tag 🙂