unsere einwöchige Busfahrt führt uns von Stuttgart aus durch Frankreich nach Spanien. Jeden Tag eine neue Etappe und neue Erfahrungen, lustige und nachdenkliche Mitreisende, ein Gemisch aus Erlebnishunger, Neugierde, Aufbruchstimmung und im Durchschnitt, beste Laune.

Nach ca. 380 km angekommen in Besancon. Die Stadt im Osten von Frankreich mit knapp 120.000 Einwohnern.
Entschlossen kraxeln einige von uns über abenteuerliche Stufen hinauf zur Zitadelle von Besancon.


Von rechts nach links, über die Brücke, gelange ich in den geschichtsträchtigen inneren Festungsbereich.

Das Wasser hatte keine Trinkwasserqualität, es diente ausschließlich der Reinigung und als Trinkwasser für die Tiere. Das Trinkwasser wurde über Wassertanks sichergestellt, in denen Regenwasser gesammelt wurde. (Text aus Hinweisschild)

Zwischen 1941 und 1944 wurden hier 100 Menschen von den Besatzern erschossen, darunter 98 vom deutschen Kriegsgericht zum Tode verurteilte Widerstandskämpfer. Es erfasst mich das pure Entsetzen.

An derselben Stelle stand früher die alte Kathedrale Saint-Étienne aus dem 11. Jahrhundert.
Das Denkmal auf dem damaligen Hinrichtungsplatz befindet sich rechts hinter dem Erdhügel zwischen Brunnen und Kapelle.





Unsere Busfahrt unterliegt einem verhältnismäßig engen Zeitplan. Das nächste Ziel ist das Hotel in Lyon.




Nach lecker Frühstücksbuffet geht’s Richtung Pyrenäen und Andorra mit insgesamt ca. 620 km Fahrstrecke.
Außer der Landschaft, die grandios an uns vorbeizieht, schauen wir keine speziellen Sehenswürdigkeiten an. Sind gegen Abend im Hotel.

Von unserem Hotel in La Massana kutschiert uns der Busfahrer über eine Serpentine nach der anderen zum Coll de la Botella (2069 m), was soviel wie „Flaschenhals“ heißt, weil hier Berge und Schluchten eng zueinander zulaufen.


Bei geringem Einkommen liegen die Steuern bei 0%, bei mittlerem Einkommen bei 5% und im Spitzensteuersatz bei 10%.
Die Mehrwertsteuer bei 4,5%. Vermögen-, Erschaft- und Schenkungsteuer gibt es keine. Für manche ein Grund zum Tanzen 😉

Im Spiegel das historische Parlaments- und Justizgebäude.
– Oben links: Symbol für den Bischof von Urgell, der bis heute eines der beiden Staatsoberhäupter (Kofürsten) Andorras ist.
– Oben rechts: Symbol der Grafen von Foix.
– Unten links: das traditionelle Symbol von Katalanien.
Unten rechts: das Emblem der historischen Vizegrafschaft Béarn.









Göttliches und Irdisches im Kontrast: Ein Engel, der für Leichtigkeit und das Göttliche steht, wird hier mit der körperlichen Anstrengung und der Schwerkraft eines Zirkusartisten konfrontiert. Das Spannungsfeld zwischen spiritueller Sehnsucht und realer, schwerer Arbeit. (KI)

Im Türsturz eingraviert (übersetzt): Haus des Rates und Sitz der Justiz. Heute dient es als Museum.

Für mehr als drei Jahrhunderte war das Gebäude Zentrum des parlamentarischen Lebens und der Sitz der Gerichte des Landes.


Flagge: Blau ist auf Frankfreich bezogen, Gelb und Rot auf Foix (historisches Territorium im Süden Frankreichs) und/ oder Katalonien.

Für die Räte von damals war dieser Raum ein Ort der Reflexion und des Gedankenaustauschs. Die Akteue gingen umher, unterhielten sich und schärften ihre Argumente. Auch ich stelle meinen Rucksack ab und schärfe meine Eindrücke.

Noch heute bilden der französische Staatspräsident und der spanische Bischof von Urgell gemeinsam als Kofürsten das offizielle und gleichberechtigte Staatsoberhaupt von Andorra. Zwar ist ihre Rolle seit dem Inkrafttreten der ersten andorranischen Verfassung im Jahr 1993 größtenteils symbolischer und zeremonieller Natur, sie besitzen jedoch nach wie vor einige konkrete verfassungsrechtliche Befugnisse und Vetorechte.


Funfact: statt Viedeoguide habe ich als Besucherin leihweise, zusammengeheftete kopierte Papierseiten bekommen mit vielen guten Informationen zum Haus und seinen Funktionen. Als ich vor dem Verlassen frage, ob ich das Handout käuflich erwerben könne, ist die junge Dame am Empfang überfragt und schenkt es mir kurzerhand. So verbleiben mir die Textunterlagen, ich freue mich 🙂

Zum Abschied der Blick auf die besichtigte Stadtkirche in der Hauptstadt Andorras Andorra la Vella und auf eine bemalte Hauswand.



Im Hintergrund links ist ein Teil der nahestehenden Kapelle zu sehen.







Im ganzen Land bleiben bei Neubauten die Steinfassaden erhalten, werden jedoch auf Beton aufgesetzt. Hier schön zu sehen.

Weiterschauen ist möglich in Pyrenäen, Andorra und der Papst – Teil II.
Mein Fazit bis hierher:
die lange Anreise im Bus war durchaus anstrengend. Der Zwischenstopp in Besancon mit dem Erklimmen der Festung tat dem Körper gut und die Zitadelle beeindruckte aufgrund ihrer enormen Größe.
Das Companile-Hotel in Lyon war prima.
Die Bergfahrt zum Coll de la Botella sowie der Ausblick auf die Bergwelt der Pyrenären war beeindruckend und gab meiner Seele Luft.
Die Hauptstadt von Andorra Andorra la Vella drängt sich mit billigen Preisen in der Einkaufszone auf. Da ich mich nicht „bedrängen“ ließ, kam ich im historischen „Casa de la Vall“ voll auf meine Kosten. Die Altstadt ist sehens- und erlebniswert.
Die Kirche Santuari de Meritxell im luftigen Glasbaustil, die vielen Modelle von Bergkapellen sowie die verhängnisvolle Geschichte der Kapelle neben der Kirche gaben der Reise Tiefe. Insgesamt großartig 🙂