Der Geist will nach oben – für Magda – Ostfriesland im Juli 2026 -Teil IV einer Busreise in fünf Teilen

Teil IV: Langeoog (letzter Teil der Ostfrieslandreise)

Langeoog ist mit 12 km Länge, 20 Quadratkilometern Fläche und bis 20 m hohen Dünen ein Inselparadies. Besonders dadurch, dass die Insel autofrei gehalten wird. Sicherlich bis auf den Lieferverkehr und Wichtiges.

Wir verlassen den Fährhafen Bensersiel und starten ohne unseren Reisebus zur Insel Langeoog.
Die Überfahrt dauert eine knappe Stunde.
Harter Schnitt. Der einzige Ort auf der Insel heißt Inseldorf oder wird einfach Langeoog genannt. Es geht hier recht gemütlich zu.

An der Lale Andersen (1905 – 1972) Bronzefigur spielt uns unsere Reiseleiterin den Song „Lili Marleen“ vor. Er wurde im zweiten Weltkrieg über den Soldatensender Belgrad europaweit für die Frontsoldaten jeweils zum Sendeschluss um 22 Uhr gespielt und auf deutscher und englisch-amerikanischer Seite begeistert gehört.

Die deutsche Version von Lili Marleen ist der erste Millionenseller der deutschen Schallplattengeschichte:
„Vor der Kaserne, vor dem großen Tor
Steht ’ne Laterne und steht sie noch davor
Dort wollen wir uns wiederseh’n
Bei der Laterne woll’n wir steh’n
Wie einst, Lili Marleen …..“
Der Langeooger Wasserturm mit dem Wappen der Inselgemeinde gilt als Wahrzeichen der Insel.
Das Wappen symbolisiert die Nordseenatur:
Blau steht für Himmel und Meer, weiße Wogen für die Kraft der Gezeiten, rote Segel für Seefahrt, Fischfang und Verbundenheit, schwebende Möwen für die typische Tierwelt und die Küstenvögel. Wir steigen kurz mal auf die Düne hoch, der Eingang ist verschlossen.
Von der Wasserturm-Düne geht der Blick weit bis aufs Meer.
Ich laufe als Extratour den Dünenweg entlang, ca. 1 km, bis …
… zum Dünenfriedhof.
Alte Grabsteine zeugen von einer bewegten Geschichte, auch hier auf der Insel Langeoog.
In stiller und demütiger Betrachtung.
Das Grab von Lale Andersen. Links in der hinteren Reihe, der rotbraune Marmor schaut etwas über der Hecke hervor. Sie starb in Wien mit 67 Jahren, dort wurde sie eingeäschert und die Urne auf dem Dünenfriedhof ihrer Wahlheimat Langeoog beigesetzt.
Unweit davon beginnt der Ort mit seinen ruhigen Anwohnerwegen. Hier das Anwesen von Lale Andersen, …
… es steht seit Juli 2026 neu zum Verkauf. Der Preis wird diskret behandelt.
Die Inselkark (Plattdeutsch).
Nach der Besiedlung der Insel im 14. Jh. wird erst 1666 die erste Kirche erwähnt. Es folgten, je nach den Möglichkeiten und Bedürfnissen ihrer Zeit, drei weitere Ersatz-Kirchenbauten, die Weihnachtsflut 1717 zerstörte eine davon.
Die jetzige evangelische Kirche, 1890 fertiggestellt, ist nach derzeitiger Kenntnis somit der fünfte Bau eines Gottehauses auf der Insel.
Die Tafel vor der der Inselkirche Langeoog „Denk mal …“.
Vier Mal wird das Symbol des Schiffes in dieser Kirche darstellt.
Das Symbol des Schiffes steht in der christlichen Tradition für die Gemeinschaft der Gäubigen, außerdem mag es eine äußerst hohe Bedeutung für Menschen haben, die von Wasser umgeben und auf ihre Schiffe angewiesen sind.
Hier der Griff der Kircheneingangstür.
Der Kircheninnenraum wirkt auf mich hell und klar, die Ausschmückung auf das Wesentliche begrenzt und festlich dazu.
Unsere Reiseleiterin weist uns auf die weiteren drei Schiffssymbole hin. Siehst Du sie?
Das Votivschiff Bethel.
Seefahrer oder Fischer brachten als Erfüllung eines Versprechens nach der Rettung aus Seenot ein Votivschiff (Dank- und Opfergabe) in ein Gotteshaus.
Dieses Modell wurde 1893 von dem einheimischen Seemann Caspar Döring gebaut, der nach einem Unfall gelähmt war.
Das Altarbild zeigt ein weiteres Schiffsmotiv: ein gestrandet wirkendes Schiff auf einem an ein Schiffsdeck erinnernden Untergrund. Zurückgeschobene Stühle am Tisch, an dem rechts noch eine Person sitzt. Erwartung, Erschrecken? Man mag es selbst deuten müssen.
Und wo bleibt das vierte Schiffsmotiv?
Das Kirchendach selbst, in der Form eines Schiffsrumpfes gebaut.
Eine Kerze 🙂
Unser Tagesausflug auf der Insel Langeoog ist zu Ende. Auf mich hatte sie eine starke und nachhaltige Wirkung:
die frische bewegte Seeluft; eine autofreie Umgebung; der Dünenfriedhof; Denkmal, Wohn- und Bestattungsort einer zu ihrer Zeit überwältigend starken Sängerin; die Symbolkraft des „Schiffes“ für die Inselbewohner und ein Gespür für die rauhe Natur und Geschichte.
Begegnung mit unserem Gegenfährschiff Langeoog III.
Seenotrettung düst vorbei.
Die Langeooger Seenotretter sichern das Revier im Wattenmeer zwischen der Insel und dem ostfriesischen Festland.
Durch die Gezeiten kann das Gebiet zeitweise trockenfallen, sodass Schiffe durch die gefährlichen Untiefen und widrigen Strömungsverhältnisse leicht fest kommen können. Neben dem Freischleppen von Schiffen erfordern Surfer, gekenterte Segler oder Wattwanderer Einsätze der Seenotretter. Auch Notfalleinsätze im Krankentransport von der Insel oder von Schiffen zum Festland gehören regelmäßig zu den Aufgaben. (Wikipedia)
Ein letztes Bild von der Reise durch Ostfriesland. Einmal etwas ganz anderes. Elementar und betörend schön 🙂

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