Teil IV: Emden und Aurich
Emden ist mit seinen ca. 49.000 Einwohnern die größte und einzige kreisfreie Stadt Ostfrieslands. Sie entstand als friesischer Handelsort um das Jahr 800. Von unserem Standorthotel brechen wir am Morgen auf, um mit einer Stadtführung die Stadt Emden kennenzulernen.
Mir jedoch ist das Ostfriesische Landesmuseum in Emden wichtiger, so verabschiede ich mich von der Reisegruppe, um ausführlich Zeit für die Museumsbesichtigung mit ihren vielen Abteilungen zu haben. Ich habe es nicht bereut, denn die Exponate sind einzigartig. Nachfolgend sind Texte der Schautafeln entnommen.

„Delft“ meint den historischen alten Binnenhafen und das Zentralbecken mitten in der Stadt.

Hier eine geografische Spezialkarte vom Fürstentum Ostfriesland und dem Harlingerland. Eine kolorierte Radierung von 1808/09.


Sie steht im Zentrum jahrelanger Forschungen, die ein Zeitfenster in das Frühmittelalter öffnen.


Seine Kleidung war bis auf seinen Mantel von schlechter Qualität. Er ernährte sich häufig von Süßwasserfischen und Fleisch, Getreidebrei aß er vermutlich nur selten. In den letzten Monaten seines Lebens muss ihm das Laufen große Schmerzen bereitet haben. Zusätzlich zu einem leichten Buckel, der durch eine Rückenverletzung entstanden war, litt er unter Arthrose.
Die christliche Religion verbreitete sich in Friesland im letzten Viertel des 8 Jh. Der Mann wurde jedoch nicht christlich bestattet, denn sein Grab war nach Norden ausgerichtet, während christliche Gräber zu dieser Zeit nach Osten hin ausgerichtet waren.
Mit etwa 50 Jahren war er für seine Zeit recht alt. Nach seinem Tod wurde er sorgfältig in einer Grube bestattet, die mit Moos ausgepolstert worden war. Besonders reich ist er nicht gewesen, denn Grabbeigaben hat es, außer seinen persönlichen Gegenständen, nicht gegeben.

Die Figur gibt den Forschungsstand der Zeit um 1913 wieder: ein ca. 30 Jahre alter Mann in germanisch-römischer Kleidung am Ende des
2. Jh. n. Chr. Tief beeindruckt verlasse ich diesen Ausstellungsbereich.

in der Holz durchgängig als Baumaterial diente.


Modell der Heringsbüse „Harmonie“, 1820 bis 1840. Die Büse wurde vom 14. bis zum 19. Jh. eingesetzt.

Der Lougre wurde im 18. Jh. als kleines schnellsegelndes Depeschen-, Kanonen- oder Kaperfahrzeug eingesetzt.


Unbeschreiblich viele Waffen wie Speere und Rüstungen sind für mich doch etwas zu kriegerisch. Schnell weg hier.

Blick auf den Alten Binnenhafen.

„Blick in Rats- und Falderndelft“, Emden; Öl auf Leinwand von Paul Emil Gabel, 1915.
Das Bildmotiv gleicht nahezu der Perspektive wie das vorherige Bild vom Aussichtstum aus. Vergleich mal 🙂



Der Besuch des Ostfriesischen Landesmuseums in Emden war für mich ein Highlight von geschichtlich historischer Dimension 🙂

„Ostfriesische Landschaft“ meint keine Landschaftsform, sondern ist der Name einer vor etwa 500 Jahen aus Rittern, Bürgern und Bauern gegründeten Städteverwaltung. Dieses Gebäude heißt so und beherbergt heute ein modernes Kulturparlament sowie Fachabteilungen
für die Regionalsprache, Geschichte und Kunst.



1447 erbaut von der Familie Cirksena, ein zur damaligen Zeit mächtiges ostfriesisches Häuptlings- und Adelsgeschlecht.
Heute ist das Schloss Eigentum das Landes Niedersachsen und wird vom Niedersächsischen Landesamt für Bezüge und Versorgung genutzt. Im östliche Teil ist zusätzlich das Landgericht Aurich untergebracht.


1561 verlegte Graf Edzard II seine Residenz von Emden nach Aurich und ließ wenig später einen Pferdestall mit sechs Herrengemächern im Obergeschoss errichten. Von nachfolgenden fürstlichen Besitzern wurde es umgestaltet.
Heute ist es Teil des Gesamtensembles mit dem Schloss Aurich und gehört ebenfalls dem Land Niedersachen,
genutzt vom Landesamt für Bezüge und Versorgung.


Rechts die römische Kriegsgöttin Bellona mit Helm, Schwert und Lanze. In ihrem Schild ist das gräfliche Wappen eingearbeitet.

Sie gilt als Göttin der Weisheit, der Strategie und des Kampfes, der Kunst, des Handwerks und der Handarbeit. Im Schild von Pallas Athene erkennt man in barock-verschnörkelter Spiegelschrift das fürstliche Monogramm von Fürst Christian Eberhard, der die Arbeit in Auftrag gab. Wegen Verzögerungen wurden die beiden Statuen erst in seinem Todesjahr 1708 aufgestellt.
Die heutige geschichtsträchtige Erkundungstour rundet sich ab. Wir gehen zum Auricher Stadthotel zurück. Mich hat ganz besonders das Landesmuseum in Emden beeindruckt. Gute Gespräche beim Abendessen, toller Tag 🙂