Haveltour mit Yacht und Hund – September 2017

Charter-Bootstour auf der Unteren Havel

Plaue – Havelberg – Plaue

Unsere 7-tägige Bootstour Endes September 2017, auf ca. 190 km mit 8 Schleusen (Bahnitz, Rathenow, Grütz, Gartz auf der Hin- und Rückfahrt), folgt dem natürlichen Flusslauf der Unteren Havel entlang von Dörfern und Städten. Start- und Zielhafen ist der Ortsteil Plaue in der Stadt Brandenburg an der Havel. Weiter geht es über Pritzerbe, Premnitz, Rathenow bis nach Havelberg, wo wir inmitten der Altstadt anlegen. Eine Tour mit viel Ruhe und ausgedehnter Natur.

Erster Tag an Bord

Anreisetag Samstag in Plaue. Check-in, Bootseinweisung und Gepäckbeladung:

Hafen Plaue:

Gelände der Charterboote:

„Unsere“ Jacht Advantage 38 mit ca. 11,50 m Länge, 4 m Breite und 1 m Tiefgang bietet zwei Schlaf- und zwei Dusch-/ WC-Kabinen, Kombüse, Steuerstand und Aussichtsplateau für 4 Personen und einen Hund:

Plaue lädt zum Bummel, zum Plauer Schloss, zum Fischbrötchenessen aus der Hand und vor allem zum Lebensmitteleinkauf für die Bordküche ein. Erste Übernachtung noch im Hafen Plaue an Bord:

Zweiter Tag an Bord

Am Morgen des zweiten Tages (Sonntag) machen wir uns mit dem Schiff und seiner Manövrierung vertraut. Ruhiges Wetter, Sonne und kaum Bewölkung. Wir starten unser Flussabenteuer:

Anlegeversuch bei Rudi und Willy, die Stege sind unpassierbar oder führen ins Nichts. Also Tschüss:

Einfahrt und erster Stop in Pritzerbe. Hafenmeister Mirko weist uns ein und stellt sich namentlich vor. Angenehme Atmosphäre.

Spaziergang der gesamten Crew durch das beschauliche Pritzerbe:

8/8 Bewölkung auf der Weiterfahrt zum Tagesziel Premnitz:

Den Abend an Bord verbringen wir in Premnitz

3. Tag an Bord

Am Montag früh starten wir von Premnitz via Rathenow nach Strodehne:

Gegenverkehr macht die Sache spannend

Ruhig wohnt sich´s im Havelland

Auch mal ein Kapitänswechsel:

So artgerecht kann Rinderzucht sein, mit Hörnern!

Nichts rührt sich an und von der Schleuse. Persönliches Nachfragen ist angesagt.

Kurz nach der Schleuse Garz zweigen wir vom Hauptfluss in einen als befahrbar ausgeschriebenen Altarm der Havel in Richtung Garz ab.  Das Gewässer wird seicht, der Tiefgang zeigt 0,2 m mit fallender Tendenz, Algenwuchs umgibt das Boot. Bei der telefonischen Rücksprache mit dem Hafenmeister möchte er für eine offene Fahrrinne, bei dem aktuellen Wasserstand, keine Verantwortung für eine Durchfahrt übernehmen. Wir machen eine 180° Wende.

Die gemütliche Dorfatmosphäre von Garz mit 150 Einwohnern, historischem Kern und ganz viel Natur bleiben uns daher leider verwehrt. Zurück zur ausgebauten Havel.

Unseren nächsten Übernachtungsplatz bietet die Dorfgemeinschaft Strodehne. Die an der Anlegestelle ausgehängten Telefonnummern führen zum erhofften Kontakt. Ein Hafenverantwortlicher kommt aus seiner freien Zeit zu uns her, Stromanschluss ist vorhanden, aber kein Wasserschlauch für den Wasseranschluss. Das Charter-Boot darf wegen Hygienevorschriften keinen Schlauch mitführen. Der freundliche Herr leiht uns seinen privaten Waserschlauch. Großer Dank für seine nicht selbstverständliche Hilfsbereitschaft ist ihm gewiss.

Im Dorfgasthof „Stadt Berlin“ von Strodehne, mit lecker deftigem Essen und aufmerksamer Bedienung durch den Chef des Hauses, können wir an diesem Abend das Wahlgeschehen der Bundestagswahl 2017 via Television samt den Kommentaren der Stammgäste erleben.

Nach allerbester ruhiger Übernachtung und Frühstück an Bord lockt ein kleiner Spazierung durch Strodehne und den Uferbereich. Der Hund erfreut sich am Wasser.

Vierter Bordtag

Nach Aufbruch in Strodehne, Dienstag, steuern wir Havelberg an.

In der Kombüse mit Herd, Kühlschrank, Mikrowelle, Zentralheizung und gemütlicher Sitzecke frühstücken und kochen wir, spielen Karten, trinken lecker Wein und Bier. Jeden Morgen halten wir das Tagesbriefing ab. Kapitänsstand befindet sich auf dem Achterdeck, außerdem eine bequeme, feste Bank mit Tisch und Campingstühlen für steten 360° Blick in Familienatmosphäre.

Mit dem Gewässerrandstreifenprojekt „Untere Havelniederung zwischen Pritzerbe und Gnevsdorf“ führt der NABU die größte Flussrenaturierung Mitteleuropas durch.
Neue Naturparadiese werden geschaffen, Altarme wieder angeschlossen, Uferbefestigungen beseitigt, Flutrinnen aktiviert sowie Ufer- und Auenwald begründet. Zudem sollen Deichabschnitte zurückgebaut und damit Überflutungsgrünland zum Hochwasserschutz gewonnen werden.

Immer schön in der Fahrrinne bleiben.

An vielen Stellen konnten wir die Aktivitäten der Flussrenaturierung in Augenschein nehmen.

Havelberg in Sicht.

Nächster Stopp ist unsere Endstation, die Hansestadt Havelberg, wo der Hafen zentral zum Ort liegt. Zusammen mit den eingemeindeten Ortschaften  über 6600 Einwohner stark, weist die Insel- und Domstadt Havelberg davon alleine ca. 5200 Einwohnen auf.

Für unseren Stromanschluss im Hafen Havelberg fehlt uns das benötigte Verlängerungskabel. Nach Warten auf die Hafenmeisterin und einem sehr freundlichen Gespräch mit ihr, leiht sie uns das ersehnte Verlängerungskabel. Damit ist die Stromversorgung gesichert.

Leider ist die Frischwasserbetrankung aufgrund von Defekten im Hafen nicht möglich. So müssen wir sparsam wirtschaften, indem wir nicht die Sanitäranlagen des Bootes, sondern die Anlagen des Hafenbetreibers nutzen.

Nachdem die Dinge geklärt sind, spaziert die Mannschaft von Bord.

Der Dom thront auf einer Hochlage im Ort.

Die über 1000-jährige Domgeschichte wird in dessen Museum veranschaulicht.

Kleiner Imbiss im Künstercafé

Rückkehr zum Boot und Übernachtung an Bord.

Fünfter Tag an Bord

Am fünften Reisetag, Mittwoch, verabschieden wir uns von der Hansestadt Havelberg und schippern Richtung Schleuse Grütz.

Nach dem Auslaufen gleitet die Stadt nochmals an uns vorbei.

Backbord fahren wir an einem der nicht beschiffbaren Altarme vorbei.

Wir hören die Flügelschläge. Traumhaft.

Ein sonniger Tag an Bord.

Man kann Sonderbares erleben, wenn man eine Reise macht. So müssen wir vor der Schleuse Grütz erstaunlich lange, sehr lange, warten, bis uns die Einfahrt in die Schleuse ermöglicht wird. Erstaunlicher Weise ist aus der Gegenrichtung kein anderes Schiff im Spiel. Bis die Schleusentore dann zur Ausfahrt wieder geöffnet werden, dauert es ebenfalls erstaunlich lange.

Nach der Weiterfahrt legen wir in Grütz an.

Am Anlegehafen von Grütz, das mit seinen etwa 130 Einwohnern in ca. 10 km Entfernung nordwestlich vom Rathenower Stadtkern liegt, verbleiben wir für die kommende Nacht. Wasser, Strom und Entleerung des Abwassers ist erstmal nicht zu haben. Wir telefonieren. Der Hafenverantwortliche sagt zu, am nächsten Morgen da zu sein. Das heißt wieder, Strom und Wasser zu sparen.

Wir durchwandern den Ort…..

….  und enden in ausgedehnter Landschaft. Der Hund erfreut sich am Auslauf.

Der Abend endet beim Kartenspiel an Bord.

Sechster Tag an Bord

Am Morgen des sechsten Tages, Donnerstag, erhalten wir wie versprochen den Fäkalientank geleert, bekommen Frischwasser und der Bordstrom hat über Nacht auch gereicht. Die Entleerung und Befüllung lässt Zeit für einen ausführlichen Tratsch über die Situation des Ortes. Politische Bildung life und aktuell.

Gespräche mit den Hafenmeistern und deren Teams zeigt die Stimmung und Lage vorort, auch als Spiegel der Bevölkerung in den angesteuerten kleinen Orten.

Auf der Weiterfahrt passieren wir die Schleuse in Rathenow.

Havel und Schleuse erleben wir mitten im Ort Rathenow.

So prächtig wohnt sich´s am Havelufer

Ahoi dem Schwesternschiff.

Und wieder diese Ruhe geniessen.

 

Premnitz hat uns wieder. Die angenehme Anlegestelle in Premnitz ohne Stromanschluss ist uns von der Hinfahrt bereits vertraut.

Von der Aussichtsplattform des hohen Gebäudes direkt im Uferbereich nehmen wir einen faszinierende Blick aus der Vogelperspektive.

Siebter Tag an Bord

Ein neuer Tag bricht an, Freitag, der siebte Reisetag. Ein Spaziergang in Verbindung mit dem Lebensmitteleinkauf in die Ortsmitte steht an.  Frisch beladen zum Aufbruch.

Über die Schleuse Bahnitz.

Weiter mit nachfolgendem Stopp bei Hafenmeister Mirko in Pritzerbe, der uns wieder einmal freudig mit einem „herzlich Willkommen“ begrüßt.

Heute nicht nach Hamburg und New York……

….heute nur durch Pritzerbe

Einige unserer Crewmitglieder möchten nochmals das wunderbare Eis eines Cafes in Pritzerbe kosten. Daran soll es nicht mangeln.

Weiterfahrt nach Plaue


Nach dem Andocken in Plaue, freuen wir uns auf das Abendessen bei Carola als den kulinarischen Höhepunkt unserer Reise.

Carola liebt den nahen Kontakt zu ihren Gästen in der Küche, hier werden die Menüwünsche erfüllt.

Hier: 1080382 und -85

Ein schöner Abend in der Privatbrauerei Kneipe Pur geht mit einigen Bieren zu Ende. Auch das Bier mit Kirschnote war hervorragend. Glückselige letzte Bordnacht im Heimathafen Plaue.

Achter Tag an Bord und Rückgabe

Am achten Tag, Samstag, warten wir lange, bis wir mit der Bootsrückgabe dran sind. Nützen die Zeit, um noch Proviant für die Heimreise per PKW und ein paar Mitbringsel für die lieben Nachbarn zuhause zu besorgen. Nach den Gruppenfotos ist die Zeit gekommen für den Abschied vom Bootsleben und voneinander. Aus einer eingespielten Crew werden nun wieder zwei getrennte Familien. Es war großartig, entspannend und gleichermaßen belebend. Nun wollen wir die Eindrücke erst mal mitnehmen und nachwirken lassen, bevor wir als allerbeste Freunde eine nächste Tour planen.

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